CBD für Pferde: Was sagt die Forschung?

VITALHemp-Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 7. Juli 2026

Immer mehr Pferdehalter setzen auf CBD als natürliche Ergänzung im Alltag ihres Pferdes – und das aus gutem Grund: Pferde besitzen wie alle Säugetiere ein Endocannabinoid-System, über das CBD andocken kann, und die tierärztliche Forschung dazu wächst spürbar – von der Pharmakokinetik über die gute Verträglichkeit bis zu ersten kontrollierten Daten bei Arthrose-bedingten Schmerzen. In diesem Artikel liest du, was aktuelle Studien zeigen, wie du CBD sinnvoll einsetzt – und worauf du bei THC-Empfindlichkeit und Turniersport achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pferde besitzen wie andere Säugetiere ein Endocannabinoid-System (ECS) – anatomischer Fakt, keine Marketingaussage.
  • Pharmakokinetik-Studien (u. a. Ryan et al. 2021) zeigen, dass oral verabreichtes CBD bei Pferden aufgenommen wird und mehrere Stunden im Blut nachweisbar bleibt.
  • Eine erste kontrollierte Studie (Interlandi et al. 2024) deutet auf niedrigere Schmerz-Scores bei Pferden mit Arthrose hin, wenn CBD ergänzend zur tierärztlichen Behandlung gegeben wurde – kein Behandlungsersatz.
  • Turniersport-Reiter aufgepasst: Cannabinoide können auf Doping- bzw. Kontrollsubstanzlisten stehen – vor jedem Einsatz beim zuständigen Verband informieren.
  • Bei Vorerkrankungen, laufender Medikation oder Turniereinsatz gilt: immer vorher mit dem Tierarzt sprechen.

Haben Pferde ein Endocannabinoid-System?

Ja – das Endocannabinoid-System (ECS) ist bei Säugetieren evolutionär konserviert und damit auch bei Pferden vorhanden. Es umfasst CB1-Rezeptoren (v. a. im zentralen und peripheren Nervensystem) und CB2-Rezeptoren (v. a. im Immunsystem und Gewebe) und ist an der Regulation von Schmerzwahrnehmung, Entzündungsprozessen und Bewegungsapparat-Funktionen beteiligt.

Was zeigt die Pharmakokinetik-Forschung zu CBD bei Pferden?

„Cannabidiol wurde nach oraler Gabe zuverlässig resorbiert und war über mehrere Stunden im Blut nachweisbar; die Halbwertszeit lag – abhängig von der Dosis – bei rund 10 Stunden. Es wurden keine signifikanten Verhaltens-, Magen-Darm- oder Herz-Kreislauf-Auffälligkeiten beobachtet.“

Ryan et al. 2021, PubMed · Einzeldosen 0,5/1/2 mg/kg oral

Diese 2021 in Drug Testing and Analysis veröffentlichte Studie der UC Davis untersuchte, wie CBD im Körper von Rennpferden aufgenommen und abgebaut wird – auch mit Blick auf die Frage, wie lange sich CBD nach der Gabe nachweisen lässt (relevant für Wettkampf-Medikationskontrollen, dazu weiter unten mehr). Bei den untersuchten Entzündungsmarkern fielen die Ergebnisse gemischt aus; die Autoren betonen selbst, dass es weitere Forschung braucht, bevor sich CBD als entzündungshemmendes Mittel empfehlen lässt. Auch eine 90-tägige Sicherheitsstudie an älteren Pferden (Turner et al. 2023, PubMed, 2 mg/kg täglich) fand keine negativen Effekte auf Blutbild oder Leberwerte und keinen Einfluss auf die Antikörperbildung nach einer Grippe-Impfung – ein positives Sicherheitssignal bei längerer Anwendung, aber kein Wirksamkeitsnachweis.

Kann CBD bei Arthrose-bedingten Schmerzen helfen?

„In der CBD-Gruppe sank der mediane Schmerz-Score von 17 auf 3 Punkte, in der Kontrollgruppe (nur konventionelle Schmerzbehandlung) von 18 auf 7 Punkte über 14 Tage. Zusätzlich zeigte die CBD-Gruppe eine signifikante Abnahme von Herz- und Atemfrequenz.“

Interlandi et al. 2024, PubMed · n=24 Pferde (12 Kontrolle, 12 CBD zusätzlich zu Phenylbutazon), 0,03 mg/kg täglich, 14 Tage

Diese 2024 in Frontiers in Veterinary Science veröffentlichte, kontrollierte Studie ist eine der ersten, die CBD nicht isoliert, sondern ergänzend zu einer bestehenden tierärztlichen Schmerzbehandlung untersucht hat – ein Setting, das der Praxis näherkommt als reine Laborstudien. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass CBD als Zusatz zur konventionellen Therapie bei Pferden mit leichter Gelenk-Arthrose einen zusätzlichen Nutzen haben könnte. Wichtig für die Einordnung: CBD wurde in dieser Studie nie als Ersatz, sondern immer als Ergänzung zur tierärztlichen Behandlung gegeben.

Anwendungsbereich Aktuelle Evidenzlage
Pharmakokinetik / Verstoffwechselung Vergleichsweise gut untersucht – mehrere Studien, unterschiedliche Dosierungen und Applikationswege
Verträglichkeit bei wiederholter Gabe (bis 90 Tage) Erste positive Sicherheitsdaten, keine gravierenden Nebenwirkungen beobachtet
Arthrose-bedingte Bewegungsschmerzen (als Zusatz zur Therapie) Eine erste kontrollierte Studie mit positiven Hinweisen, kleine Stichprobe
Allgemeines Verhalten / Wohlbefinden Kaum belastbare kontrollierte Daten, überwiegend Beobachtungen
Turnier- / Wettkampftauglichkeit Kein Sicherheits- oder Freigabe-Nachweis für den Wettkampfeinsatz – Nachweisbarkeit im Blut/Urin ist dokumentiert

Eigene Einordnung auf Basis der oben zitierten Studien, keine vollständige oder abschließende Erhebung der equinen CBD-Forschung.

Ist CBD im Turniersport erlaubt?

Das ist die wichtigste Frage für jeden Turnierreiter – und die Antwort ist: nicht pauschal ja. Cannabinoide, insbesondere THC, stehen bei vielen nationalen und internationalen Reitsportverbänden auf Doping- bzw. Kontrollsubstanzlisten. Gerade weil CBD-Vollspektrum-Öle Spuren von THC enthalten können und CBD selbst teils in Nachweisverfahren erfasst wird, ist ein Einsatz vor und während Turnieren ein echtes Risiko – unabhängig davon, ob eine Wirkung überhaupt eintritt. Die oben zitierte Pharmakokinetik-Studie von Ryan et al. (2021) wurde nicht zufällig mit Blick auf „Medikationskontrollen“ im Renn- und Turniersport konzipiert: Die Autoren wollten u. a. klären, wie lange CBD nach der Gabe nachweisbar bleibt.

Worauf sollten Pferdehalter beim Kauf achten?

Nicht jedes CBD-Öl ist für den Einsatz bei großen Tieren wie Pferden praktikabel oder sinnvoll dosierbar. Beim Kauf lohnt sich der Blick auf folgende Punkte:

Qualitätsmerkmale, auf die du achten solltest

  • THC-frei bzw. mit Analysezertifikat (COA) belegter Wert unterhalb der Nachweisgrenze – gerade bei Turnierpferden entscheidend
  • Unabhängiges Labor-Analysezertifikat mit Cannabinoid- und Reinheitsprofil, das du einsehen kannst
  • Klare Kennzeichnung der CBD-Konzentration (z. B. mg pro ml)
  • Herkunft aus zertifiziertem EU-Nutzhanf, Herstellung nach EU-Standards
  • Ohne künstliche Zusatz- oder Konservierungsstoffe

Eine allgemeingültige, produktneutrale Dosierungsempfehlung für Pferde gibt es aktuell nicht: Die zitierten Studien arbeiteten mit sehr unterschiedlichen Dosen (0,03 bis 2 mg/kg), Applikationswegen und Zielsetzungen – das lässt sich nicht in eine einzelne Tabelle mit einer „richtigen“ Menge pro Gewichtsklasse übersetzen. Bespreche die Anwendung bei deinem Pferd deshalb individuell mit deinem Tierarzt, statt dich an einer pauschalen Faustregel zu orientieren.

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Wie entwickelt sich die CBD-Forschung bei Pferden?

Equine CBD-Forschung: ein junges, wachsendes Feld 2021 2022 2023 2024 wenige Studien zunehmend mehr Vereinfachte, illustrative Darstellung des Trends – keine vollständige Erhebung aller veröffentlichten Studien.

Die equine CBD-Forschung wächst von Jahr zu Jahr – mit immer mehr Studien zu Pharmakokinetik, Verträglichkeit und ersten Wirkbereichen wie Arthrose-Schmerzen. Wir ordnen hier ein, was die einzelnen Studien tatsächlich zeigen – ohne daraus pauschale Wirkversprechen abzuleiten.

Gut zu wissen: Turniersport & Tierarzt-Rücksprache

Reitest du Turniere, informiere dich vorab beim zuständigen Verband über Doping- bzw. Kontrollsubstanzlisten und Karenzzeiten – Cannabinoide stehen dort bei vielen Verbänden auf der Liste. Bei kranken oder trächtigen Tieren sowie laufender Medikation sprich die CBD-Anwendung vorher kurz mit deinem Tierarzt ab.

Häufig gestellte Fragen zu CBD bei Pferden

Ist CBD für Pferde sicher?

Erste Studien mit Beobachtungszeiträumen von bis zu 90 Tagen fanden keine gravierenden Nebenwirkungen und keine negativen Effekte auf Blutbild oder Leberwerte – sprich bei Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme deines Pferdes trotzdem vorher mit dem Tierarzt.

Wie viel CBD bekommt ein Pferd?

Es gibt aktuell keine einheitliche, produktneutrale Dosierungsempfehlung – Studien arbeiteten mit Dosen zwischen 0,03 und 2 mg/kg und unterschiedlichen Applikationswegen. Bespreche die individuelle Anwendung bei deinem Pferd mit deinem Tierarzt, statt dich an einer pauschalen Faustregel zu orientieren.

Darf mein Turnierpferd CBD bekommen?

Hier ist Vorsicht geboten: Cannabinoide können bei vielen Reitsportverbänden auf Doping- bzw. Kontrollsubstanzlisten stehen. Informiere dich vor jedem Turniereinsatz beim zuständigen Verband über geltende Regeln und Karenzzeiten, bevor du CBD bei einem Turnierpferd einsetzt.

Wie schnell wirkt CBD bei Pferden?

Pharmakokinetik-Studien zeigen, dass oral verabreichtes CBD bei Pferden resorbiert wird und je nach Dosis mehrere Stunden im Blut nachweisbar bleibt. Wie schnell und wie stark sich das im Verhalten oder Wohlbefinden bemerkbar macht, ist individuell verschieden und laut aktuellem Forschungsstand noch nicht abschließend untersucht.

Kann ich meinem Pferd das CBD-Öl für Hunde geben?

Davon raten wir ab. Produkte, die für kleinere Tiere wie Hunde entwickelt und dosiert sind, sind nicht ohne Weiteres auf das deutlich höhere Körpergewicht und den anderen Stoffwechsel von Pferden übertragbar. Mehr zu den Unterschieden zwischen Tierarten liest du in unserem Artikel CBD-Öl für Hunde.

Fazit

Die Forschung zu CBD bei Pferden wächst spürbar – von ersten Pharmakokinetik-Daten (Ryan et al. 2021) über Sicherheitsdaten bei längerer Anwendung (Turner et al. 2023) bis zu ersten kontrollierten Hinweisen bei Arthrose-Schmerzen als Ergänzung zur tierärztlichen Behandlung (Interlandi et al. 2024). Ein Wundermittel ist CBD damit nicht, und pauschale Dosierungsempfehlungen gibt es nicht – aber ein Forschungsfeld, das man im Blick behalten sollte. Wichtig bleibt: THC-Freiheit, unabhängige Laboranalysen, tierärztliche Rücksprache bei Vorerkrankungen – und bei Turnierpferden vorab die Klärung mit dem zuständigen Verband. Mehr zu den Grundlagen von CBD findest du in unserem Artikel Was ist CBD?, mehr zu anderen Tierarten in unserem Artikel CBD-Produkte für Katzen.

Quellen

  1. Ryan D, McKemie DS, Kass PH, Puschner B, Knych HK (2021): Pharmacokinetics and effects on arachidonic acid metabolism of low doses of cannabidiol following oral administration to horses. Drug Test Anal. 13(7):1305–1317. PubMed
  2. Interlandi C, Tabbì M, Di Pietro S, et al. (2024): Improved quality of life and pain relief in mature horses with osteoarthritis after oral transmucosal cannabidiol oil administration as part of an analgesic regimen. Front Vet Sci. 11:1341396. PubMed
  3. Turner S, Knych HK, Adams AA (2023): The effects of cannabidiol on immune function and health parameters in senior horses. Vet Immunol Immunopathol. 257:110549. PubMed

Alle Studien und weitere Quellen findest du gesammelt auf unserer Studien-Übersicht.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. CBD-Produkte sind keine Arzneimittel und nicht zur Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt.

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