Die CO2-Extraktion ist ein Herstellungsverfahren, bei dem Kohlenstoffdioxid unter hohem Druck in einen überkritischen Zustand versetzt wird, um Cannabinoide und Terpene schonend aus der Hanfpflanze zu lösen — ohne chemische Lösungsmittelrückstände. Sie gilt als eines der saubersten industriellen Extraktionsverfahren.
Im überkritischen Zustand verhält sich CO₂ gleichzeitig gasähnlich (es durchdringt das Pflanzenmaterial vollständig) und flüssigkeitsähnlich (es löst Wirkstoffe wie ein Lösungsmittel). Nach der Extraktion wird der Druck einfach reduziert — das CO₂ entweicht rückstandsfrei als Gas, zurück bleibt der konzentrierte Extrakt mit Cannabidiol (CBD), Nebencannabinoiden und Terpenen.
CO2-Extraktion im Vergleich zu anderen Verfahren:
| Verfahren | Lösungsmittelrückstände | Aufwand | Verbreitung |
|---|---|---|---|
| Überkritisches CO2 | keine | hoch (Druckanlage) | industrieller Standard |
| Ethanol-Extraktion | ggf. Restspuren, geprüft | mittel | verbreitet |
| Kohlenwasserstoffe (Butan etc.) | Restrisiko bei schlechter Reinigung | mittel | seltener bei Premiumware |
Konkretes Beispiel: Überkritisches CO₂ entsteht ab einer Temperatur von rund 31 °C und einem Druck von etwa 74 bar. Anlagen, die CBD-Extrakte in dieser Größenordnung herstellen, arbeiten meist mit deutlich höheren Drücken, um die Ausbeute zu steigern.
Häufiger Irrtum: "CO2-Extraktion ist automatisch besser als jedes andere Verfahren." Das Verfahren ist schonend und rückstandsarm, aber die Endqualität hängt zusätzlich von Rohstoff, Prozessführung und Nachbearbeitung ab. Ob ein Extrakt als Vollspektrum oder weiterverarbeitet als Breitspektrum/CBD-Isolat endet, ist eine nachgelagerte Entscheidung. Verlässlich prüfbar ist die Qualität letztlich nur über ein Analysezertifikat (COA).