Decarboxylierung ist der Prozess, bei dem durch Erhitzen die inaktiven Säureformen der Cannabinoide (wie CBDA) in ihre aktiven Formen (wie CBD) umgewandelt werden. Ohne diesen Schritt liegt in der Pflanze kaum "fertiges" CBD vor.
In der frischen, ungetrockneten Hanfpflanze existiert Cannabidiol (CBD) fast ausschließlich als Cannabidiolsäure (CBDA). Erst wenn Wärme zugeführt wird, spaltet sich ein Kohlenstoffdioxid-Molekül ab (daher "De-carb-oxylierung") und aus CBDA wird CBD. Dasselbe gilt für THC, das aus THCA entsteht.
Für Hersteller ist die Decarboxylierung ein zentraler Produktionsschritt: Sie erfolgt kontrolliert bei definierter Temperatur und Zeit, damit möglichst viel Wirkstoff aktiviert und möglichst wenig zerstört wird. Das erklärt auch, warum bei einem Vollspektrum-Öl auf dem COA sowohl CBD als auch Rest-CBDA auftauchen können.
Vereinfachtes Prinzip:
| Vorher (Säureform) | + Wärme → | Nachher (aktive Form) |
|---|---|---|
| CBDA | Decarboxylierung | CBD |
| THCA | Decarboxylierung | THC |
Konkretes Beispiel: Decarboxylierung geschieht typischerweise im Bereich von etwa 100–150 °C über mehrere Minuten bis Stunden — exakte Werte hängen vom Verfahren ab. Auch normales Trocknen und Lagern führt langsam zu einer teilweisen Decarboxylierung.
Häufiger Irrtum: "Rohe Hanfblüten enthalten schon fertiges CBD." Weitgehend falsch — sie enthalten überwiegend CBDA. Deshalb sind die Säureformen und ihre aktivierten Gegenstücke unterschiedliche Moleküle. Neutrale Hintergründe findest du unter /pages/studien.