Endocannabinoid-System (ECS)

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein körpereigenes Signalsystem des Menschen, das an der Regulation zahlreicher Prozesse beteiligt ist und über spezielle Rezeptoren mit Cannabinoiden interagiert. Es kommt bei allen Wirbeltieren vor.

Das ECS wurde erst Anfang der 1990er-Jahre entdeckt — als Forscher untersuchten, wie THC im Körper andockt. Es besteht im Wesentlichen aus drei Bausteinen: körpereigenen Botenstoffen (Endocannabinoiden wie Anandamid), Rezeptoren (vor allem CB1 im Nervensystem und CB2 im Immunsystem) sowie Enzymen, die diese Botenstoffe auf- und abbauen.

Die zwei Haupt-Rezeptoren:

Rezeptor Hauptvorkommen
CB1 Zentrales Nervensystem, Gehirn
CB2 Immunzellen, peripheres Gewebe

Für das Verständnis von Hanfprodukten ist das ECS zentral: Es erklärt, warum Cannabidiol (CBD) und THC überhaupt eine Interaktion mit dem Körper haben. Während THC direkt und stark an CB1 bindet (daher der Rausch), wirkt CBD eher indirekt und moduliert das System, ohne die Rezeptoren stark zu aktivieren.

Konkretes Beispiel: Das erste Endocannabinoid, Anandamid, wurde 1992 identifiziert. Sein Name leitet sich vom Sanskrit-Wort "Ananda" (Glückseligkeit) ab.

Häufiger Irrtum: "Man braucht Hanf, um das ECS zu 'aktivieren'." Das ist irreführend — das ECS arbeitet permanent mit körpereigenen Botenstoffen, völlig unabhängig von Pflanzen-Cannabinoiden. Pflanzenstoffe wie CBD interagieren lediglich mit einem System, das ohnehin dauerhaft aktiv ist. Wissenschaftliche Einordnungen dazu findest du unter /pages/studien.

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