Anandamid ist ein körpereigenes Endocannabinoid — ein natürlicher Botenstoff, den der Körper selbst herstellt und der an dieselben Rezeptoren andockt wie pflanzliche Cannabinoide. Es war 1992 das erste identifizierte Endocannabinoid überhaupt.
Anandamid ist Teil des Endocannabinoid-Systems (ECS) und bindet unter anderem an die CB1- und CB2-Rezeptoren — dieselben Andockstellen, an die auch THC bindet, allerdings deutlich schwächer und mit kürzerer Wirkdauer, da der Körper Anandamid über ein spezielles Enzym (FAAH) rasch wieder abbaut. Der Name leitet sich vom Sanskrit-Wort "Ananda" (Glückseligkeit, Freude) ab und wurde von Raphael Mechoulams Forschungsteam geprägt.
Für das Verständnis von CBD ist Anandamid relevant, weil manche Forschungsansätze untersuchen, ob Cannabidiol (CBD) indirekt den Abbau von Anandamid beeinflussen könnte, indem es mit dem abbauenden Enzym interagiert. Das ist eine Forschungshypothese unter mehreren möglichen Wirkmechanismen von CBD am ECS, keine abschließend belegte Tatsache.
Konkretes Beispiel: Anandamid wird im Körper sehr schnell abgebaut — seine biologische Halbwertszeit im Organismus liegt im Bereich von Minuten, deutlich kürzer als vieler pflanzlicher Cannabinoide nach oraler Aufnahme.
Häufiger Irrtum: "Anandamid ist einfach das 'körpereigene CBD'." Das ist ungenau: Anandamid und CBD sind chemisch unterschiedliche Moleküle mit unterschiedlichem Bindungsverhalten an den Rezeptoren. Anandamid bindet direkt und aktivierend an CB1/CB2, während CBD eher modulierend und indirekt wirkt. Neutrale Hintergründe zur Forschung findest du unter /pages/studien.