CBDV (Cannabidivarin) ist ein Nebencannabinoid, das strukturell eng mit CBD verwandt ist, sich aber durch eine kürzere Seitenkette in seinem Molekül unterscheidet – es ist ebenfalls nicht berauschend. In den meisten Hanfsorten kommt es nur in sehr geringen Mengen vor.
Chemisch gehört CBDV zur sogenannten "Varin"-Reihe der Cannabinoide: Während CBD eine fünfgliedrige (Pentyl-)Seitenkette trägt, besitzt CBDV nur eine dreigliedrige (Propyl-)Seitenkette – derselbe Unterschied, der auch THC von seinem Varin-Gegenstück trennt. Diese kleine strukturelle Abweichung reicht aus, damit CBDV als eigenständiges Cannabinoid mit eigenem Namen geführt wird, nicht als bloße Variante von CBD.
Auffällig ist, dass CBDV in bestimmten Landrassen-Sorten und wildwachsenden Hanfpopulationen, etwa aus Teilen Asiens, in höheren Anteilen vorkommt als in den meisten kommerziellen Nutzhanf-Sorten Europas. Wie die meisten Cannabinoide liegt es in der Pflanze zunächst als Säure vor und wird erst durch Decarboxylierung aktiviert.
Für Züchter sind CBDV-reiche Landrassen vor allem als genetisches Ausgangsmaterial interessant, um gezielt neue Chemovare zu entwickeln, die vom üblichen CBD-THC-Profil europäischer Nutzhanf-Sorten abweichen. In fertigen Handelsprodukten bleibt CBDV bislang aber die Ausnahme, nicht die Regel.
Konkretes Beispiel: Der einzige chemische Unterschied zwischen CBD und CBDV liegt in zwei Kohlenstoffatomen der Seitenkette – CBD hat fünf, CBDV drei. Trotz dieser kleinen Differenz reicht sie aus, um beide im Labor eindeutig zu unterscheiden.
Häufiger Irrtum: "CBDV ist einfach eine schwächere Variante von CBD." Das ist unpräzise – CBDV ist ein eigenständiges Molekül mit eigenem Bindungsverhalten, keine verdünnte Form von CBD. Weil es in den meisten Hanfsorten nur in Spuren vorkommt, taucht es auf einem Analysezertifikat (COA) oft gar nicht oder nur bei einem erweiterten Cannabinoid-Panel auf. Neutrale Forschungshintergründe findest du in unserer Studien-Übersicht.
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